Die Große Ammerlander Sommerregatta, Teil der Classics Starnberger See Serie, bot an diesem Wochenende alles, was den Regattasport ausmacht – von Geduld und Wetterkapriolen bis hin zu spannenden Wettfahrten und stimmungsvollen Feiern.
Es fing zunächst einmal sehr ruhig an – es passierte nämlich erst einmal gar nichts. Der Starnberger See lag spiegelglatt da, es war noch nicht mal ein Startversuch möglich, und irgendwann war klar: Für eine Wettfahrt würde es an diesem Samstag nicht reichen.
Ein Abenteuer gab es trotzdem an diesem Tag noch: Als es am Abend mit dem Ferdinand zum Ammerlander Regattafest hinüberging, zog ein gewaltiges Unwetter über den See.
Plötzlich war das andere Ufer verschwunden, die Sicht praktisch gleich null und aus der gemütlichen Überfahrt wurde ein Blindflug. Dank Google Navigation kamen alle gut an und konnten die Gastfreundschaft des Ammerlander Segelclubs genießen. Zu den Klängen der Jazzband um Tricia Leonhard konnten alle ein sehr feines Grillbüffet mit tollen selbstgemachten Salaten genießen.
Auch der Sonntagmorgen begann ganz im Stil des gastfreundlichen Ammerlander Segel-Clubs: Zur bayerischen Musik um Toni Springer schmeckten die Weißwürscht besonders gut.
Und dann hatte der Starnberger Wettergott doch noch ein Einsehen und spendierte ausreichend Wind für zwei Wettfahrten. Zwei bis drei Beaufort aus Nordost sorgten dafür, dass die Regatta doch noch sportlich entschieden werden konnte. Und spannender hätte das Finale kaum sein können: Die ersten drei Boote beendeten die Regatta punktgleich. Erst die Feinwertung entschied über Sieg und Platzierungen – ein schöner Beweis dafür, dass bis zur letzten Kreuz wirklich jeder Meter zählt.
Für den Deutschen Touring Yacht-Club verlief das Wochenende seglerisch recht erfolgreich: Nach zwei Wettfahrten lagen die drei Erstplatzierten punktgleich mit jeweils vier Punkten an der Spitze. Aufgrund der besseren Einzelplatzierungen sicherte sich schließlich Rainer Nothhelfer (DTYC) mit dem Drachen „Dulcinea“ den Gesamtsieg. Gemeinsam mit Kerstin Nothhelfer und Dr. Nathali Klingen gewann er mit den Platzierungen 3 und 1 die Regatta.
Den zweiten Platz belegte Dr. Tobias Hoh (DTYC) auf dem 40er Schärenkreuzer „ARGO V“. Zusammen mit Helena Rösch, Christian Winter, Kathrin Rösch und Timon Gruber segelte die Crew auf die Plätze 1 und 3 und musste sich nur aufgrund der Tie-Break-Regel geschlagen geben.
Rang drei ging an Jürgen Fuchs (BYC) mit der L95 „COMO“. Gemeinsam mit Bora Cakir und Christian Macher erreichte die Crew zweimal Platz zwei und komplettierte damit das punktgleiche Spitzentrio.
Den vierten Gesamtrang belegte Hubert Frenzer (DTYC), der gemeinsam mit Johannes Böck (MYC) auf der L95 „Pretty Woman“ unterwegs war.
Gabriela Hüppe belegte mit dem 40er Schärenkreuzer „Hagen“ zusammen mit Dieter Boos
und Michael Gleiß Platz sechs.
Herzlichen Glückwunsch an alle Crews und ein großes Dankeschön an den Ammerlander Segel-Club für ein Wochenende, das gezeigt hat: Nicht nur der Wind macht eine Regatta besonders, sondern mindestens ebenso sehr die gute Organisation, die Gastfreundschaft und die herzliche Atmosphäre. Die Große Ammerlander Sommerregatta war einmal mehr ein Höhepunkt der Starnberger See Classics.
Autorin: Dr. Nathali Klingen
Fotos: Kerstin Nothhelfer, Nathali Klingen


