Roseninselregatta -Punktlandung auf der Langstrecke

Roseninselregatta -Punktlandung auf der Langstrecke

Am Sonntag, den 28. Juni 2026, fand im DTYC die clubinterne Roseninselregatta statt. Gesegelt wurde die traditionelle Langstrecke im Känguru-Startverfahren: Start und Ziel lagen vor dem Hafen des DTYC, der Kurs führte über die Roseninsel weiter Richtung Ammerland und – abhängig von den Windverhältnissen – in den südlichen See, bevor es zurück nach Tutzing ging.

Die Windvorhersage hatte zunächst wenig versprochen: Erwartet waren Bedingungen mit deutlich unter 10 Knoten. Tatsächlich entwickelte sich ab etwa 10:00 Uhr jedoch ein kräftiger Westwind, der in Spitzen bis rund 20 Knoten erreichte und später zunehmend auf Südwest drehte. Damit wurde aus der sommerlichen Langstrecke eine sportliche Regatta mit starken Böen, die bis etwa zur Mitte des Sees durchzogen. Aus vernünftigen Sicherheitsgründen entschieden sich die Aero-Segler noch vor dem Start zur Rückkehr in den Hafen. Auch zwei Kielboot-Crews schätzten die Bedingungen vor dem Start als zu anspruchsvoll ein und traten nicht an.

Der Känguru-Start wurde von allen Crews sehr gut verstanden und sauber umgesetzt. Nach dem Signal des Nullbootes starteten die Steuerleute selbständig zu ihren jeweiligen Yardstick-Startzeiten; zuvor hatten alle ihre Uhren synchronisiert. Das funktionierte auf dem Wasser ausgesprochen gut – einigen Crews gelangen dabei sehr starke Starts.

Auch unserem Wettfahrtleiter gelang eine echte Punktlandung: Die Tonne Richtung Seeshaupt war so präzise gelegt, dass das erste Boot nach 118 Minuten – und damit nur zwei Minuten vor der Richtzeit von 120 Minuten – wieder im Ziel war. Der erste Zieleinlauf erfolgte um 12:58 Uhr, das letzte gewertete Boot erreichte um 13:17 Uhr das Ziel.

Auf dem ersten Schlag zur Roseninsel verzichteten alle Crews darauf, den Spinnaker zu ziehen. Der Wind blieb westlich, kräftig und böig – klassische Bedingungen, bei denen vor allem die Drachen ihre Stärken ausspielen konnten. Es war, wie man am See sagt, eindeutig „Drachenwind“.

Den Sieg sicherten sich Johannes und Matthias Schmederer auf „Striezi“. Auf Platz zwei folgten Jörg Mössnang und Birgit Brandes mit „Santa Maria“, Rang drei ging an Ulrich Binder und Nicol Appelmann auf „Big Appel“. Den vierten Platz belegten Rainer und Kerstin Nothhelfer gemeinsam mit Dr. Nathali Klingen auf „Dulcinea“. Friedrich Hauger, Dr. Wolfgang Caselmann und Christel Hauger komplettierten mit GER 1658 die Top Five. Insgesamt waren 28 Boote dieses Jahr am Start.

Bei der Siegerehrung erinnerte unser Wettfahrtleiter und Leistungssportwart Wolfgang Stückl daran, dass es sich bei der Roseninselregatta streng genommen um eine Jollenregatta handelt. Umso mehr zeigte dieser Regattatag, wie wichtig gute Seemannschaft, realistische Selbsteinschätzung und ein umsichtiger Umgang mit den Bedingungen auf dem Starnberger See sind.

Der DTYC gratuliert allen Platzierten herzlich und dankt dem gesamten Wettfahrtteam sowie allen Helferinnen und Helfern an Land und auf dem Wasser für die gelungene Organisation dieser schönen und sportlichen Clubregatta.

Autor: Stephanie Wohlleben / Bilder: Wolfgang Caselmann