Schon bei der Anfahrt zum Clubgelände am Samstag 04.07.26 um 10h kam erwartungsfrohe Stimmung auf, da unsere Clubflagge auf dem Clubhaus endlich mal kräftigen Wind aus West anzeigte. Es sollte ein herrlicher und herausfordernder Regattatag werden. Wie immer bei ablandigem Westwind sah unser See von der Terrasse aus gesehen noch ziemlich harmlos aus. Das sollte sich ändern.
Wie es Tradition ist, gab es aber erst einmal für die 24 gemeldeten Regattabesatzungen ab 11h das traditionelle Weißwurstfrühstück mit frischen Brezeln, gesponsert von der H-Bootflotte des DTYC. Unser Vorstand Wolfgang Caselmann begrüßte dazu herzlich die versammelten H-Bootsegler und Wettfahrtleiter Michael Lohner gab die ersten Direktiven für den Start bekannt.
Gut gestärkt ging das Feld anschließend aus dem Hafen und wurde gleich nach Erreichen der Windzone von den ersten heftigen Böen darüber informiert, dass die Sache heute herausfordern werden würde.
Michael Lohner und seine Mannschaft legte die Regattabahn südlich von Ammerland etwas östlich von der Seemitte. Er hatte aber erst einmal – aufgrund des zwischen Südwest und Nordwest stark schralenden und böigen Westwindes – Mühe, eine faire Startlinie zu legen. Prompt war beim ersten Start Lee bevorzugt und die Meute der H-Boote ging dicht gedrängt mit einem Massenfrühstart über die Linie. Abbruch! Der zweite Start klappte dann und das Feld kämpfte bei Respekt einflößenden Drückern bis 6 Windstärken auf der ersten Kreuz gegen Winddreher um die 30 Grad.
Die bekannten Cracks der Szene meisterten das erste Rennen wie zu erwarten (Walter Pulz, Klaus Greif und Kurt Viehweger) vor dem Hauptfeld, aber unser Fritz Hauger (mit Christl Hauger und Wolfgang Caselmann) machte ihnen zunächst einen Strich durch die Rechnung und feierten einen prima 1. Platz für den DTYC. Das war ihm auch zu gönnen, denn er legt nach 30 Jahren als Flotten-Obmann der H-Bootklasse im DTYC sein Amt in neue Hände, nämlich in die von Markus Kaiser (GER 1743). Unserem Fritz danken wir deshalb an dieser Stelle ganz herzlich für die vielen Stunden, die er in 30 Jahren für die H-Bootflotte und deren Zusammenhalt geleistet hat und vor allem auch für die Expertise, die er in Schulungen, der Einführung und Anwendung der Software manag2sail für uns zur Verfügung gestellt hat. Viel Beifall gab es denn auch am Abend für Fritz Hauger und ein großes „Dankeschön“ von allen.
Wir konnten dann bei später leicht abnehmendem aber immer noch stark schralendem Westwind drei weitere schöne Wettfahrten segeln, bei denen die Vorwindstrecken mit gesetztem Spinnaker den Adrenalinspiegel mancher Besatzung heftig ansteigen ließ und das Schiften und Halsen höchste Aufmerksamkeit erforderte. Nach 4 Wettfahrten war die Anforderung an die Serie mit einem Streicher erfüllt, was die Reihenfolge schließlich nochmal durchmischte: Gewonnen hat Walter Pulz (FSV) vor Klaus Greif (FSV) und Knut Viehweger (YCL).
Der DTYC hatte sechs Boote am Start:
Fritz Hauger mit Christl Hauger und Wolfgang Caselmann wurde in dem stark besetzten Feld sehr gute 6-te.
Peter Schmid-Waldeck mit Fabian Buhtz mussten ihren Vorschoter durch Basti Schaed ersetzen, der seine Sache sehr gut machte, aber von der J80 her nur den Gennaker kannte. Anfangs bei sehr starken Böen vorwind wollten sie deshalb dem Basti keine Turnübungen mit Spinnaker auf dem Vorschiff zumuten und der Spi blieb unten. Bei der 3. Und 4. Wettfahrt aber hatte Basti Schaed Mut gefasst und als Gennakersegler erstmalig Spinnaker gesegelt. Tolle Leistung Basti! Trotz des Handicaps wurden sie insgesamt ordentliche 12-te.
Die anderen vier Boote (Gerd Hedemann, Peter Dauben, Marius Kaiser und Martin Kröger) waren gute Gastgeber und ließen den Booten der anderen Clubs fast geschlossen höflich den Vortritt.
Nach 4 Wettfahrten kehrten alle Segler begeistert von einem herausfordernden Ragattatag bei strahlendem Sonnenschein in den Hafen zurück und genossen das wunderbar kühle Stegbier vom Fass bei fachlichem Palaver über die Regatten. Ebenso fanden später die von unserem Casinochef Andreas Fink köstlich zubereiteten Grillteller großen Zuspruch, keiner blieb hungrig.
Schließlich gab es auch die Siegerehrung. Walter Pulz (FSV) erhielt den Robert-Huber Gedächtnispreis 2026 und wurde gebührend gefeiert. Die Siegerehrung wurde aber auch sehr beklatscht, da „Das Stilhaus“ von Barbara Schütte einige Sonderpreise ausgelobt hatte. Da war z.B. der Sonderpreis für den ältesten Skipper, fast 80 Jahre alt, und zur besonderen Erheiterung der Preis für das schnellste Familienboot, nämlich der zweite Sieger Klaus Greif mit Hans und Nico Greif. Die bekamen unter großem Beifall und Gelächter für ihren Garten ein etwa 2,2 Meter großes Seepferd(chen), schön bemalt, aus Stahlblech. Vielen Dank an Barbara Schütte für das Engagement und die sehr nette Ergänzung der Preisverleihung durch ihre Sonderpreise.
Nach Verabschiedung von Fritz Hauger als H-Bootobmann, Dank an die Wettfahrtleitung von Michael Lohner und seiner Mannschaft, sowie Verabschiedung der Segler durch Wolfgang Caselmann, saß man noch länger zusammen und war zufrieden mit einem herrlichen Regattatag. Da die Serie mit vier Wettfahrten erfüllt war, konnte der Sonntag für andere Aktivitäten genutzt werden.
Autor: Peter Schmid-Waldeck
Bilder von Frank Debacher: fdpicture.com hier gehts zur Bildergalerie: https://apps.scrappbook.de/SyLmIUBMZl
