Großer internationaler Erfolg für den Segelnachwuchs des Deutschen Touring Yacht-Clubs: Bei der 29er-Europameisterschaft auf dem Lipno-Stausee in Tschechien segelten Lukas Wagner und Valentin Ziegler auf den zweiten Gesamtrang. Moritz Aigner erreichte gemeinsam mit seinem Steuermann David Plettner vom Bayerischen Yacht-Club Platz drei. Damit standen gleich zwei Teams mit DTYC-Beteiligung auf dem Podium der Europameisterschaft.
Vom 1. bis 8. August trafen die besten Nachwuchsteams der internationalen 29er-Klasse in Lipno aufeinander. Wechselhafte und schwer vorhersehbare Windbedingungen, lange Wartezeiten und zahlreiche Startverschiebungen verlangten den jungen Seglern während der gesamten Meisterschaft viel Geduld, Konzentration und taktisches Geschick ab.
Wagner/Ziegler fehlt nur ein Punkt zum Europameistertitel
Für Lukas Wagner und Valentin Ziegler war der Europameistertitel bis zur allerletzten Wettfahrt zum Greifen nah. Über die gesamte Meisterschaft präsentierten sich die beiden hochkonzentriert. Gute Starts und ein ausgeprägtes Gespür für die zahlreichen Winddreher ermöglichten ihnen, sich immer wieder im Spitzenfeld zu positionieren. Auch die langen Wartezeiten und Startverschiebungen brachten das Team nicht aus seinem Rhythmus.
Am Ende entschied bei einer denkbar engen Europameisterschaft nur ein einziger Punkt über Gold und Silber. Wagner/Ziegler mussten sich lediglich dem niederländischen Team Felix Mulder und Thom Lahuis geschlagen geben und wurden Vize-Europameister 2026.
Die Silbermedaille ist der bisherige Höhepunkt einer Entwicklung, für die beide über Jahre intensiv gearbeitet haben. Bereits in dieser Saison standen sie bei der YES in Kiel auf Platz drei und beim EuroCup in Malcesine auf Platz zwei.
Besondere Bedeutung bekommt der Erfolg durch die vorausgegangene Weltmeisterschaft. Nur wenige Tage vor deren Beginn hatte sich Lukas am Handgelenk verletzt. Die Teilnahme an der WM stand für das Team dennoch außer Frage. Segelstil und Abläufe mussten angepasst werden und jedes einzelne Rennen wurde insbesondere bei den vorherrschenden Starkwindbedingungen zu einer zusätzlichen Herausforderung.
Nur wenige Wochen später meldeten sich Wagner/Ziegler mit EM-Silber eindrucksvoll an der internationalen Spitze zurück.
„Nach der WM, die wegen meiner Hand nicht so lief, wie wir es uns erhofft hatten, ist das ein richtig cooles Comeback. Es zeigt uns, dass sich unsere harte Arbeit ausgezahlt hat“, sagt Lukas Wagner.
Die nächsten Ziele sind bereits gesetzt: Bei der Deutschen Meisterschaft wollen Wagner/Ziegler um den Titel kämpfen, bei den anschließenden Youth Worlds um eine Medaille.
Vom fünften WM-Platz zu EM-Bronze
Auch Moritz Aigner vom DTYC und David Plettner vom Bayerischen Yacht-Club bestätigten in Lipno ihre außergewöhnlich starke Saison. Noch im Juli hatten sie bei der Weltmeisterschaft in Kiel den fünften Gesamtrang erreicht und damit das beste deutsche 29er-WM-Ergebnis seit 2016 erzielt.
Während die WM von kräftigem Wind geprägt war und die beiden über 17 Wettfahrten mit großer Konstanz überzeugten, stellte die Europameisterschaft völlig andere Anforderungen. Bei leichten und wechselhaften Bedingungen kam es umso stärker auf einzelne Rennen und taktisch saubere Entscheidungen an.
Die Entscheidung über die Medaillen fiel erst in der letzten Wettfahrt. Plettner/Aigner gewannen das Finale und sprangen damit noch auf den dritten Gesamtrang. Lediglich zwei Punkte trennten am Ende Platz eins und drei.
„Mit Platz fünf bei der Starkwind-WM und Bronze bei der Leichtwind-EM waren wir bei den beiden wichtigsten Regatten des Jahres unter völlig unterschiedlichen Bedingungen konstant vorne dabei“, fasst Moritz Aigner zusammen.
Vom Opti-Nachwuchs auf das internationale Podium
Hinter den beiden Podiumsplatzierungen steckt vor allem jahrelange, konsequente Arbeit. Lukas Wagner, Valentin Ziegler und Moritz Aigner waren bereits im Optimisten für den Deutschen Touring Yacht-Club erfolgreich, bevor sie den Schritt in den 29er machten. Auch David Plettner gehörte im Optimisten für den Bayerischen Yacht-Club zu den erfolgreichen Nachwuchsseglern.
Zahlreiche Trainingslager im In- und Ausland, viele Regattawochen und unzählige Stunden auf dem Wasser prägen seit Jahren den sportlichen Weg der vier. Die Ergebnisse in Lipno sind damit kein kurzfristiger Erfolg, sondern Ausdruck einer kontinuierlichen Entwicklung bis an die internationale Spitze.
Die Vereine schaffen dafür wichtige Rahmenbedingungen. Der DTYC begleitet seine Nachwuchssportler bereits seit ihrer Opti-Zeit und unterstützt ihren weiteren Weg unter anderem mit Trainingsstrukturen, Logistik und finanzieller Förderung. Auch die Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Yacht-Club spielt insbesondere für das gemeinsame Team Plettner/Aigner eine wichtige Rolle.
„Die kontinuierliche Unterstützung des DTYC über die Jahre hinweg, angefangen im Opti, später mit dem Engagement von Ramon und auch heute bei Logistik und Kosten, bildet die Basis dafür, dass wir diesen Weg gehen können“, betont Moritz Aigner.
Den entscheidenden Anteil tragen jedoch die jungen Athleten selbst: Ihr kontinuierlicher Trainingsaufwand, ihre Bereitschaft, Rückschläge zu verarbeiten, und der Anspruch, sich immer weiterzuentwickeln, bilden die Grundlage für Ergebnisse wie diese.
Einen weiteren Erfolg gab es schließlich auch in der Nationenwertung: Gemeinsam mit den weiteren deutschen Mannschaften trugen die beiden Teams entscheidend dazu bei, dass Deutschland bei dieser Europameisterschaft erstmals den Nations Cup als beste Nation gewann.


