Unser 470er Team Thesi Löffler und Christo Hoerr waren die letzten Wochen erfolgreich unterwegs. Die beiden haben uns einen Bericht über ihre Erfahrungen der vergangenen Wettkämpfe und ihre Pläne für die kommende Zeit gesendet.
Nach drei großen Wettkämpfen innerhalb von zwei Monaten melden wir uns mit einer Zwischenbilanz der bisherigen Saison zurück.
Nach dem 8. Platz bei der EM (siehe Bericht dazu) folgten die zwei prestigeträchtigen Sailing Grand Slam (ehemals Weltcup) Regatten auf Palma de Mallorca und in Hyeres.
Zur Maximierung unserer Wasserstunden haben wir uns keine lange Erholungspause nach der EM gegönnt und haben schon drei Tage nach der Abreise aus Portugal auf mallorquinischen Gewässern trainiert. So konnten wir uns fast zwei Wochen lang bei traumhaften Segelbedingungen auf die Trofeo Princesa Sofia vorbereiten. Die Trofeo ist eine unserer Lieblingsregatten, bei der wir als Team nun schon zum sechsten Mal teilgenommen haben. Wir waren bisher also jedes Mal dabei, seit es den 470er in der „Mixed“ Konstellation gibt.
Nachdem im Vortraining stabiles Wetter herrschte, spielte der Wind während der Regatta verrückt. An einem Wettkampftag wurden zum Beispiel drei Rennen bei drei verschiedenen Windrichtungen gefahren, einmal nördlich, einmal westlich und einmal südlich. Gegen Ende der Regatta gab es aber auch zwei Tage mit einer eher klassischen Palma-Seebrise. Uns gelang eine solide Serie ohne große Ausreißer. So schafften wir es schließlich auf dem 7. Platz in die Medal-Series. Mit einem 6. und einem 8. Platz in zwei spannenden Medal Races konnten wir diese Platzierung halten.
Nach einer kurzen Pause ging es gleich mit dem nächsten Wettkampf weiter: Die Semaine Olympique Francaise fand nach einer Woche Vortraining von 20. bis 25.04. statt. Die Eröffnungsserie bestand aus zwei Leichtwind-Tagen mit 5 Wettfahrten, an denen alle 47 Teilnehmer in einer Flotte gegeneinander antraten. Das Racing bei diesen Bedingungen ist sehr anspruchsvoll, da es hier kaum einen Geschwindigkeitsunterschiede gibt. Dadurch werden vor allem die Boote belohnt, die mit einer riskanteren Strategie Vorteile erlangen können.
Es folgten zwei Starkwindtage und ein Mittelwindtag in der Goldfleet, in der diesmal nur die besten 19 Teams antreten durften. Es war also die volle Bandbreite der Bedingungen dabei. Wir konnten uns auch hier erneut gut behaupten, lagen nach 4 Tagen auf dem 5. Platz. Doch in der Spitze waren die Punkte sehr eng und wir haben uns an den letzten beiden Tagen leider zu viele Fehler erlaubt, weshalb wir die Regatta nach dem Medal Series auf dem 10. Platz beendet haben.
Insgesamt sind wir zufrieden mit unserer bisherigen Saison 2026. Wir haben im Wintertraining vor allem in Sachen Bootsgeschwindigkeit und Bootshandling große Fortschritte gemacht. Dadurch konnten wir konstant mit den Besten der Welt um jede Platzierung kämpfen. Jetzt gilt es, weiter an den Feinheiten zu arbeiten, bis wir im Juni zur Kieler Woche und im August zur WM antreten werden.
Apropos WM: Wir haben im Winter auch einige Zeit mit der Materialauswahl verbracht. Neben der Optimierung unseres Equipments mussten wir uns auch eine Auswahl für ein 2. und 3. Boot zusammenstellen. Denn wie bereits berichtet, werden wir im Juli im Olympiarevier von 2028 vor Los Angeles trainieren und von dort direkt weiterziehen in Richtung Japan, wo vor Enoshima die Weltmeisterschaft stattfinden wird.
Da wir auch bei solchen Anlässen auf unserem eigenen Equipment fahren, haben wir unsere Zeit seit dem letzten Wettkampf damit verbracht, zwei Container vorzubereiten, welche nun in Richtung LA und Japan beladen wurden.
In diesem Zuge haben wir auch unser neues Boot „Bella (Napoli)“ übernommen und nach mehreren Tagen Bootsarbeit am 1. Mai im Olympiahafen Kiel zu seiner Jungfernfahrt gesegelt.
Nachdem Bella nun auf dem Weg nach Japan ist, werden wir erstmal nicht viel von dem neuen Boot haben, doch wir können berichten: es segelt sich klasse und wir freuen uns schon sehr auf Japan mit Bella!
Für uns steht im Mai nun Training in Ostia, Italien, mit den deutschen und italienischen Teams auf dem Programm, bevor es im Juni dann zum gemeinsamen Trainingslager mit dem gesamten deutschen Bundeskader in der Vorbereitung der Kieler Woche geht.
Viel los also bei uns, wenn ihr live dabei sein wollt, folgt ihr uns am besten auf Insta @470team_loeffler.hoerr und Facebook 470 sailing team Löffler/Hoerr und schaut bei www.470team.de vorbei oder kontaktiert uns unter christo@470team.de!

