470er - 6. Platz bei Grand Slam im neuen Olympiarevier
©Lexi Pline/US Sailing Team/San Pedro OCR

470er – 6. Platz bei Grand Slam im neuen Olympiarevier

Das 470er Team Theresa Löffler und Christo Hoerr konnte erste Erfahrungen im Olympiarevier von 2028 sammeln. Zudem waren die beiden bei der ersten Standorterkundung recht erfolgreich und schließen an ihre Leistung aus den vorherigen Regatten an. Die beiden haben einen ausführlichen Bericht verfasst, in dem sie von ihren Erfahrungen berichten und ihre weiteren Reisepläne mitteilen.
Mitte Juli ging’s für uns nach Los Angeles ins Olympiarevier 2028.
Nach einem Erdbeben in Südamerika hatte der Container mit unseren Schiffen Verspätung und wir haben die ersten fünf Tage deshalb für viel Zeit im Gym und die Erkundung der Umgebung genutzt.
Während die Surfer bei den Olympischen Spielen von Long Beach aus starten werden, wird der Hafen für uns Segler in San Pedro liegen. Beide Häfen liegen innerhalb einer großen Mauer, innerhalb derer Kiter und Surfer ihre Rennen austragen, während wir Segler sowohl Kurse innerhalb als auch außerhalb der Mauer haben.
Um einen ersten Eindruck bekommen, wie das dann bei einer Regatta konkret aussehen kann, wollten wir an der San Pedro Olympic Classes Regatta, die Teil des Sailing Grand Slam ist, teilnehmen.
Aufgrund der Verspätung des Containers blieben uns zwei Tage Training, um einen ersten Eindruck vom Revier zu bekommen, bevor es dann auch schon mit der Regatta losging. Gesegelt wurde meist mit der thermischen Seabreeze, die vor allem am späten Nachmittag auf bis zu 20 Knoten auffrischen kann. Schnell stellten wir außerdem fest, dass alle unserer Regattabahnen nahe an der Mauer liegen und diese somit teils sogar ein Hindernis im Kurs gewesen ist.

 

Auf den Außenbahnen (außerhalb der Mauer) fanden wir uns gut zurecht und hatten gerade auf der Kreuz einen sehr guten Speed. Die Innenbahnen hingegen, wo der Wind häufig sehr drehend und böig gewesen ist, stellten für uns eine größere Herausforderung dar. Manchmal fühlte sich das Segeln dort etwas wie eine Wandschlacht an, da an der Mauer häufig mehr Wind gewesen ist und sich das ganze Feld sowohl auf
der Kreuz als auch auf dem Vorwind dort entlanggehangelt hat. Insgesamt waren es auf jeden Fall herausfordernde Bedingungen, die das Segeln sehr spannend gemacht haben – und es hat uns viel Spaß gemacht. Nach fünf Tagen Fleet Race starteten wir dann als 7. ins Medal Race und konnten uns mit einem sehr guten Medal Race (3. & 1. Platz) noch auf den 6. Platz vorarbeiten.
Wir schließen unsere Zeit in LA mit vielen guten Eindrücken, insbesondere vom Segelrevier, ab und freuen uns schon auf September. Dann werden wir noch weitere 18 Tage im Olympiarevier verbringen, um dort weitere Erfahrungen zu sammeln.
Von LA aus sind wir direkt nach Japan weitergeflogen, wo in zwei Wochen unsere Weltmeisterschaft stattfindet. Aktuell stehen erstmal die Akklimatisierung und die Überwindung des Jetlags an, bevor es ab morgen aufs Wasser geht. Wir freuen uns auf unseren Saisonhöhepunkt und werden die nächsten Tage noch viel Zeit in die Vorbereitung stecken, um bestens vorbereitet in die Regatta zu starten.
Wir schicken sonnige Grüße aus Enoshima und bis bald!
©Colin Grey/San Pedro OCR