Die diesjährige YES in Kiel war für die 29er-Teams des Deutschen Touring Yacht-Clubs ein wichtiger Meilenstein der Saison. Neben dem hochkarätigen internationalen Teilnehmerfeld stand insbesondere die erste Qualifikation für die Youth Worlds im Mittelpunkt. Entsprechend hoch war das sportliche Niveau auf der Kieler Förde.
Mit Lukas Wagner und Valentin Ziegler, Moritz Aigner und David Plettner (BYC) sowie Quirin Waizenhöfer und Xaver Hoffmann mit ihren Vorschotern war der DTYC gleich mit mehreren Teams vertreten. Trotz schwieriger Windbedingungen konnten alle Crews wichtige Erfahrungen sammeln und starke Einzelergebnisse erzielen.
Der erste Regattatag verlief allerdings ernüchternd. Leichter ablandiger Wind reichte nicht aus, um überhaupt Wettfahrten starten zu können. So blieb dem gesamten Feld nur langes Warten an Land.
Am zweiten Tag zeigte sich die Wettfahrtleitung äußerst flexibel und nutzte konsequent jedes kleine Windfenster aus. Bei teilweise weniger als sieben Knoten konnten dennoch vier Rennen durchgeführt werden. Der auflandige Wind sorgte dabei immerhin für relativ konstante Bedingungen und faire Wettfahrten.
Wagner/Ziegler segeln als bestes deutsches Team aufs Podium
Besonders Lukas Wagner und Valentin Ziegler fanden hervorragend in die Serie. Mit perfektem Bootsgefühl, starken Starts und hoher Geschwindigkeit gewannen sie direkt die ersten beiden Rennen souverän. Auch in den folgenden Wettfahrten blieb das Team konstant in der Spitzengruppe und ergänzte die Serie um einen dritten sowie einen sechsten Platz. Damit lagen die beiden nach dem zweiten Tag auf Rang zwei der Gesamtwertung.
Am Finaltag hieß es zunächst erneut Geduld beweisen. Mehrere Stunden wartete das Feld bei hochsommerlichen Temperaturen auf dem Wasser, bis sich kurz vor der letzten möglichen Startzeit doch noch Wind durchsetzen konnte. In der Goldfleet kam dadurch nur noch ein Rennen zustande. Lukas und Valentin erwischten keinen perfekten Lauf und unterschätzten unter anderem die Strömung, konnten sich aber im Verlauf des Rennens noch stark nach vorne arbeiten und belegten Platz zwölf. Da dieses Ergebnis als Streicher gewertet wurde, blieb am Ende ein hervorragender dritter Gesamtrang und gleichzeitig die Position als bestes deutsches Team.
Besonders wertvoll ist dieses Ergebnis auch im Hinblick auf die Youth-Worlds-Qualifikation. Nach der ersten Qualifikationsregatta führen Lukas und Valentin aktuell die deutsche Wertung an: „Wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung. Und trainieren jetzt weiter für die Weltmeisterschaft um dort einen guten Platz zu erzielen, welche auch in Kiel stattfindet und um uns auch unseren Platz bei den Youth Worlds zu sichern.“
Auch Moritz Aigner und David Plettner (BYC) präsentierten sich nach längerer Regattapause in guter Form. Für Moritz war die YES die erste Regatta nach seinem Abitur und gleichzeitig der Wiedereinstieg ins gemeinsame Racing. Nach zwei eher schwierigen Rennen am zweiten Tag steigerte sich das Team deutlich und segelte mit den Platzierungen eins und vier wieder in die Spitzengruppe. Im entscheidenden Goldfleet-Rennen gelang ihnen mit Rang vier ein weiteres starkes Resultat, sodass im Gesamtergebnis ein hervorragender 5. Platz steht. Insgesamt zeigte das Team eine sehr solide Leistung und nutzte die Regatta erfolgreich als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft und den anschließenden EuroCup in Aarhus.
Auch die weiteren DTYC-Crews konnten wichtige Erfahrungen sammeln. Quirin Waizenhöfer und sein Vorschoter Cassian Bötsch vom BYC sorgten mit einem Wettfahrtsieg für ein echtes Highlight der Regatta und zeigten eindrucksvoll ihr Potenzial im internationalen Feld. Die beiden beenden die Regatta auf Platz 18. Xaver Hoffmann und Vorschoter Silas Pabst (SCBC) nutzten die anspruchsvollen Bedingungen ebenfalls, um weitere Erfahrung auf höchstem Niveau zu sammeln. Mit zwei siebten Plätzen landen sie am Ende auf Platz 26.
